Der fragile Mensch
Publik-Forum 14/2020

Der fragile Mensch

Ein Mängelwesen strebt nach gottgleicher Macht und zerstört sich selbst 

Verdrängung bedeutet nach dem Psychoanalytiker Sigmund Freud, unangenehme Erfahrungen ins Unbewusste abzuschieben. Das erkannte er in Gesprächen mit Patienten, wenn er einen Widerstand spürte, »welcher sich der analytischen Arbeit widersetzt und einen Erinnerungsausfall vorschiebt, um sie zu vereiteln«. Der Mensch »vergisst«.

Auch als Gesellschaft vergessen oder verdrängen wir heute vieles. Vor 75 Jahren wurden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Seitdem leben wir – so der Philosoph Günther Anders – im »apokalyptischen Zeitalter«: Die Menschheit hat die Fähigkeit, sich selbst zu vernichten. Doch daran verschwenden wir im Alltag kaum einen Gedanken. Die atomare Bedrohung scheint vielen »von gestern«. Dabei ist sie das keineswegs. Angesichts der unbegrenzten technischen Möglichkeiten, die der Menschheit gottähnliche Macht verleihen, brauchen wir eine neue Ethik, fordert unser Autor Konrad Lehmann.

Die tausendjährige Geschichte der Regensburger Domspatzen ist voller schmerzlicher Erfahrungen: Um den Ruf des Chores nicht zu beschädigen, wurde Gewalt gegen junge Menschen vertuscht. Nach dem Tod von Georg Ratzinger, dem langjährigen Leiter der Domspatzen, brechen alte Fragen auf und bringen Verdrängtes ans Licht.

Unsere kritische Reihe zum Kolonialismus zeigt immer wieder, wie verdrängte Geschichte bis heute wirksam ist. Beim Thema Rassismus ist die Abwehr enorm. Wir setzen die Reihe fort. Diesmal nimmt unsere Volontärin Viola Rüdele Sie mit auf Entdeckungstour bei einem postkolonialen Stadtrundgang in Frankfurt am Main.

. Vergessen ist auch der einstige Kampfgeist der deutschen Entwicklungsorganisationen – so urteilt unser Autor Horand Knaup. Er beobachtet, wie der Nord-Süd-Diskurs aus der Öffentlichkeit verschwindet und viel Expertise verloren geht

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
Bestellnummer: 2014
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