Es brennt
Publik-Forum 10/2021

Es brennt

Was der Nahost-Konflikt mit der weltweiten Krise der Demokratie zu tun hat

1985 war’s, ein halbes Menschenleben ist das her, da nahm ich meinen Mut zusammen und fragte den großen Thomas Seiterich, ob ich mal einen Artikel für Publik-Forum schreiben dürfe. Ich durfte. Es wurde eine kleine Reportage über eine franziskanisch inspirierte Gemeinschaft. Viele Geschichten folgten, erst als freier Mitarbeiter, dann als Redakteur bei Publik-Forum. Viele Jahre war ich danach bei der Süddeutschen Zeitung zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften, habe über glaubende, zweifelnde, suchende Menschen geschrieben, über das Wunderbare des Religiösen wie über seine Abgründe, nicht zuletzt die sexualisierte Gewalt im Raum der Kirchen. Jetzt bin ich zurück. Und freue mich auf die Arbeit mit wunderbaren Kolleginnen und Kollegen und auf den Kontakt mit Ihnen!

Als uns die Bilder und Berichte aus Israel und Gaza erreichten, als wir sahen, wie in Deutschland Palästina-Demonstrationen ins Antisemitische kippten – da war uns klar, was die Titelgeschichte dieser Ausgabe sein sollte, auch wenn es dann zu einem Waffenstillstand kam. Wir wollen nach den Wurzeln des Konfliktes fragen, im Bewusstsein, dass dies umso schwieriger wird, je genauer man hinsieht. Wir haben dazu kluge Beobachter gefragt: den Journalisten Richard Chaim Schneider und den Historiker Moshe Zimmermann. Jüdinnen und Juden aus Deutschland erzählen von ihrem Leben mit dem wachsenden Antisemitismus. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger fragt, wie eine feministische Perspektive den Frieden fördern könnte. Das Thema ist damit nicht erschöpft. Wir werden weiter fragen, recherchieren, zuhören.

Und dann war da der Ökumenische Kirchentag. Unter normalen Umständen wären die Tage in Frankfurt für uns Fest und Heimspiel gewesen, voller Begegnungen in einer beschwingten Stadt. Stattdessen haben wir pandemiebedingt viele Stunden vorm Computer gesessen. Immerhin: Die Publik-Forum-Veranstaltungen waren sehr gut besucht, der Vortrag von Eugen Drewermann, die Diskussionen übers Christsein im Kapitalismus und den Stand der Ökumene.

Auf keinen Fall sollten Sie das Gespräch verpassen, das Eva-Maria Lerch mit der Benediktinerin Philippa Rath geführt hat. Diese wollte einst nichts weniger werden als Bundeskanzlerin. Jetzt lebt sie in fröhlich gottvertrauendem Ungehorsam gegenüber einer klerikalen Männerkirche.

Ihr Matthias Drobinski

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
Bestellnummer: 2110
Weiterempfehlen:
6.00 €
/
8.00 CHF
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Das könnte Sie auch interessieren

Lieblosigkeit macht krank
18.00 €
/
25.90 CHF
Wartezeiten
12.00 €
/
17.90 CHF
 Postkartenedition Glück
10.00 €
/
15.90 CHF
Fragen zu Gott, der Welt und den großen Religionen
15.00 €
/
21.90 CHF
Credo
2.50 €
/
3.90 CHF
Mit meinem Konto anmelden
Später anmelden
E-Mail-Adresse/Passwort nicht korrekt.