Publik-Forum 21/2019

Die Waffen nieder!

Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt

wissen Sie, welchen Lärm ein startender Düsenjäger macht? Mein Kollege Markus Dobstadt hat das erlebt, als er für unsere Titelgeschichte am Fliegerhorst Büchel recherchierte. »Man hat das Gefühl, die Welt besteht nur noch aus Krach, und der hört nie wieder auf«, sagt er. Diesen Eindruck hat man derzeit oft, wenn man sich die politische Weltlage ansieht: lärmende Politiker und Kriegsgetöse überall. Der Angriff der Türkei auf Nordsyrien ist ein Beispiel dafür. Facetten dieses Krieges und seiner Folgen – etwa für Deutsch-Kurden – haben wir zusammengetragen.
Aber was wäre, wenn Deutschland voranginge und die Armee umwandelte und sie zu einem Teil eines internationalen technischen Hilfswerks machte? Das ist für viele unvorstellbar. Kein Wunder: Leisere Stimmen, die für Diplomatie und zivile Sicherheitspolitik werben, gehen häufig unter. Dabei lohnt es sich, auch den Leisen zuzuhören. Zum Beispiel der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie hat eine Strategie entwickelt, wie Deutschland ohne Militär agieren könnte. Eine naive Illusion? Mitnichten. Unser Autor hat sich das Konzept angesehen.
Diplomatisches Geschick beweisen auch Politiker, Umweltverbände und Aktivisten eines Bürgerbegehrens zur Artenvielfalt in Baden-Württemberg. Sie sind auf gutem Wege, eine Lösung zu finden, mit der alle leben können – ohne sich gegenseitig laut anzuklagen. Dass es bei dem Bürgerbegehren nicht nur um Bienen geht, sondern vor allem ums Kompromisseschließen und somit um die Demokratie, hat meine Kollegin Barbara Tambour herausgefunden.
Gute Nachrichten können sich bekanntermaßen gegen Negativ-Schlagzeilen selten durchsetzen. Sie sind es aber wert, wahrgenommen zu werden. Eine Auswahl finden Sie in diesem Heft: von einem schwulen Imam in Berlin, über verbesserte Arbeitsbedingungen für Näherinnen in Bangladesch bis hin zu einer Doppelseite mit positiven Meldungen.
Und wie es Menschen ergehen kann, um die es einst viel Lärm und Medienrummel gab, und die dann zur Persona non grata wurden, erfahren Sie im Leib-und-Seele-Gespräch mit dem früheren Manager Thomas Middelhoff.

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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