Erbsünde Rassismus
Publik-Forum 12/2020

Erbsünde Rassismus

Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds

Sommerzeit ist Urlaubszeit – eigentlich, wäre da nicht Corona. Die Pandemie durchkreuzt zahlreiche Reisepläne und gibt uns die Gelegenheit, unser Reiseverhalten zu überdenken. Dass die Kolonialgeschichte bei Fernreisen auch heute immer mitreist, beschreibt meine Kollegin Elisa Rheinheimer-Chabbi in ihrem Beitrag. Sie selbst fand sich auf Reisen schon in kolonialen Situationen wieder. Etwa während einer Bootsfahrt durch das Okawango-Delta in Botswana: Nach einem Picknick, das auf einer Insel für die europäischen Touristen aufgebaut worden war, aßen die einheimischen Bootsführer von den benutzten Tellern der Touristen die Reste, die diese übrig gelassen hatten. »Als ich das sah, drehte sich mir der Magen um«, erzählt sie. Genauso schlimm wie die Szene an sich empfand sie die Ignoranz ihrer Mitreisenden.

Viele Weiße sind häufig blind für die Folgen von Kolonialismus und Rassismus. Um ein größeres Bewusstsein dafür zu schaffen, haben wir Anfang des Jahres unsere Reihe zum Kolonialen Erbe konzipiert. Wie nötig die Debatte über diese Themen ist, zeigen die Proteste nach dem Tod von George Floyd. Daher widmen wir uns in dieser Ausgabe nochmals den vielen Facetten des Rassismus. In unserer Titelgeschichte beschreibt der Theologe Dominik Gautier, wie stark Rassismus und Christentum in den USA miteinander verwoben sind – und wie Schwarze Theologie gegen diese weiße Vorherrschaft ankämpft. Und Alexander Schwabe kommentiert auf Seite 11, warum der Begriff der Rasse aus dem Grundgesetz gestrichen werden sollte.

Oft sind es scheinbar Kleinigkeiten, fast unsichtbar für die Mehrheitsgesellschaft, in denen sich Rassismus Tag für Tag äußert: wenn Schwarze einfach keinen Job oder keine Wohnung finden oder wenn Straßennamen nach Verbrechern aus der Kolonialzeit benannt sind. Dagegen engagiert sich Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland seit Jahren. Sein Porträt lesen Sie in dieser Ausgabe. Außerdem finden Sie Leseempfehlungen für Bücher, in denen Schwarze über Rassismus in Deutschland aufklären. Lassen Sie sich ein auf diesen Perspektivwechsel – denn Neues gibt es nicht nur in fernen Ländern zu entdecken!

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
Bestellnummer: 2012
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