Der Gott von gestern
Publik-Forum 13/2020

Der Gott von gestern

Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind

»Ordnung ist das halbe Leben!«, pflegte mein Großvater seinen Enkeln ab und an zu sagen. Er tat es mit dem freundlichen Hinweis darauf, dass er beruflich untergehen würde, folgte er nicht diesem Prinzip. Mein Großvater war Verwaltungsleiter eines Krankenhauses. Seine Ordnung war die der Zahlen, Daten und Fakten. Dass es bei seiner Arbeit um das Wohl von Menschen ging, vergaß er trotzdem nicht. »Ein Krankenhaus braucht Seele!«, sagte er auch.

Was geschieht, wenn »Ordnung« und »Seele« einer Institution aus dem Takt kommen, lässt sich aktuell am Thema »Polizei« ablesen. Seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd ist die Polizei in den USA unter Beobachtung. Wie viel Rassismus, wie viel Gewalt ist an der Polizeiarbeit abzulesen? Wie kann man dagegen angehen? Wir berichten, wie sich die Stadt Camden in New Jersey angeblich von der »Mordhauptstadt« in den USA zum Vorzeigemodell gewandelt hat. Und wir fragen: Wie sieht es bei der deutschen Polizei aus? Was muss sich ändern? Was nicht?

Eine Gesellschaft, die in Frieden leben und Konflikte lösen will, braucht eine demokratisch legitimierte Ordnung. In Corona-Zeiten ist deutlich zu merken, wie sehr wir darauf angewiesen sind, dass Menschen sich an eine solche Ordnung halten, an Regeln und politische Vorgaben. Was haben die Kirchen eigentlich in den zurückliegenden Wochen dazu beigetragen, über diese Ordnung nachzudenken, die Krise auszuhalten und das Zusammenleben in Zukunft zu verändern? Die Theologin Christiane Bundschuh-Schramm ist kritisch: Mit einem »Gott von gestern« könne man Fragen von morgen nicht beantworten (Seite 28). Stattdessen müssten sich Fragen an einen »Gott im Kommen« richten.

Und die Ordnung der Natur? Auch die ist durcheinander geraten, nicht erst seit Corona. Der Fotograf George Steinmetz betrachtet die Welt von oben und deckt dabei wiederkehrende Muster des Landverbrauchs auf. Solange der Mensch gegen die Natur arbeite und nicht mit ihr, werde es keine gute Ordnung geben, sagt er. Seine Fotos sind eine Warnung: Nehmt Rücksicht, bevor es zu spät ist!

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
Bestellnummer: 2013
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