Arbeiten und Leben nach Corona
Publik-Forum Dossier

Arbeiten und Leben nach Corona

Was wir aus der Krise lernen können

Liebe Leserinnen und Leser,
die entscheidende Phase in der Corona-Krise hat begonnen. Mitte März wurde das öffentliche Leben stillgelegt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Jetzt werden die Beschränkungen Schritt für Schritt gelockert.

Dies ist zunächst richtig. In vielen Regionen ist die Zahl der Neuinfektionen stark zurückgegangen. Gleichzeitig wachsen die Spannungen in der Gesellschaft. Mit jedem Tag nimmt die Sorge über Pleiten von Unternehmen, die soziale Not und eine stark steigende Arbeitslosigkeit zu.

Doch die Lockerungen sind auch gefährlich. Das Virus ist keineswegs verschwunden. Ein Anstieg der Neuinfektionen ist nicht ausgeschlossen. Zudem wecken die schnellen Lockerungen die Begehrlichkeiten der Wirtschaftslobby. Dass die Unternehmen Hilfe brauchen, ist klar. Inzwischen drängen sie jedoch auf die schnelle Rückkehr zur Normalität vor der Krise. Ihr oft unausgesprochenes Ziel: Mit Steuergeldern die Pferde wieder satteln und dann losreiten wie früher – schneller, höher, weiter.

Der Wunsch nach einer schnellen Rückkehr zu dem, was vor der Krise als Normalität galt, ist jedoch nicht die Lösung, sondern das Problem. Er ignoriert, was die Corona-Krise deutlich gemacht hat: »Sie ist ein Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders umzugehen. Der Immer-Weiter-Schneller-Mehr-Kapitalismus muss aufhören«, sagt Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU).

Wenn dieser Weckruf nicht ungehört verhallen soll, dann wäre die Rückkehr zur Normalität nicht mehr als der Weg in die nächste Krise. Es braucht stattdessen eine grundlegende Debatte über Alternativen zu einer zerstörerischen Wachstumspolitik, zur Globalisierung, zur ständig zunehmenden Spaltung von Arm und Reich, zur Macht der Geldfürsten. Die Wirtschaft muss den Menschen dienen und nicht umgekehrt.

Mit diesem Dossier will Publik-Forum diese Debatte befruchten. Es zeigt Wege zu einer besseren Welt nach Corona. Damit es nicht schon bald heißt: Nach der Krise ist vor der Krise. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich an dieser Debatte mit all Ihrem Engagement beteiligen.

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