Nach der Flut
Publik-Forum 15/2021

Nach der Flut

Die verwundete Schöpfung braucht Hilfe

Liebe Leserin, lieber Leser,

als Matthias Drobinski aus dem Ahrtal zurück in die Redaktion kam, erzählte er von Schicksalen, die erschüttern. Zwei Tage war er in Ahrweiler unterwegs, wo ungefähr hundert Menschen ertrunken sind. Er sprach mit Seelsorgern und wollte wissen, ob und wie sie die schwer getroffenen Menschen trösten können. »Dort ist noch für lange Zeit nichts heil«, berichtet er.

Die Natur schlägt zurück, war nach der Flut oft zu hören. Dabei ist die Natur keineswegs ein handelndes Subjekt – gar mit strafender Absicht. Die Natur ist moralisch gleichgültig. Mit ihr lässt sich auch nicht verhandeln, denn ihre Ressourcen sind schlicht begrenzt. Wir müssen mit uns selbst verhandeln, denn wir beuten sie aus. Mit den Wetterextremen spiegelt sie wider, was wir Menschen verursachen – was wir ihr antun, tun wir uns selbst an.

Schon immer ist die Natur nicht nur als romantisches Idyll empfunden worden, sondern auch als feindliches Gegenüber. Dass der Angriff auf die Natur vermessen und selbstmörderisch ist, zeigt der manisch-obsessive Kampf Kapitän Ahabs mit Moby Dick. Der Wal gewinnt, die Besatzung der Pequod geht zugrunde, nur ein Mensch überlebt – es ist wie eine Nacherzählung der alttestamentlichen Geschichte der Sintflut und der Arche. Eine Interpretation dieser biblischen Untergangsgeschichte mit einer überraschenden Wendung gibt der Theologe Notger Slenczka.

Wir haben in der Redaktion über die Folgen der furchtbaren Flut nachgedacht, die den Westen Deutschlands heim?gesucht hat. Und es war schnell klar, dass die ökologische Krise auch theologische Fragen aufwirft: Wie hängen Gott, Schöpfung und das Leiden zusammen? Michael Schrom geht daher dem neuen Phänomen der »dunkelgrünen Religion« nach. Politisch setzt sich Wolfgang Kessler mit der notwendigen Energiewende auseinander: Wie sieht eine gerechte und wirksame Klimapolitik aus? Und Ulrike Scheffer untersucht, wie sich die Parteien kurz vor der Bundestagswahl dem Klimawandel stellen. Und gleicht ab, welche Programme zueinander passen und inwieweit denkbare Koalitionen – etwa Schwarz/Grün – klimapolitisch kompatibel sind.

Eine gewinnbringende Lektüre wünscht Ihnen

Alexander Schwabe

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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