Die getötete Frau
Publik-Forum 16/2021

Die getötete Frau

Was Krimis über Geschlechterverhältnisse verraten

Liebe Leserin, lieber Leser, mit großer Erschütterung verfolgen wir in den Tagen, da dieses Heft in Druck geht, die Entwicklung in Afghanistan. Fast stündlich informieren wir uns über die chaotische Lage im Land und die katastrophale Situation auf dem Flughafen Kabul. Besonders betroffen ist unser Kollege Constantin Wißmann. Er war seit 2013 viermal im Land, um dort als Trainer in einem Ausbildungsprogramm für afghanische Journalistinnen und Journalisten zu arbeiten. Jetzt erreichen ihn verzweifelte Nachrichten von den Übersetzern und Fahrern des Programms, die um ihr Leben fürchten.

Vor allem die Frauen unter den Kursteilnehmern hätten ihn in Afghanistan beeindruckt, sagt Wißmann: »Ihre winzige Chance, etwas aus ihrem Leben zu machen, wollten sie voll und ganz erfassen.« Dabei sind es nun gerade die Frauen, deren Lebenschancen jetzt dort durch die Macht eines archaischen Weltbilds auf dem Spiel stehen. Für mich, die ich schon als Studentin vor vier Jahrzehnten das Ende des Patriarchats gekommen sah, ist es immer wieder erschütternd zu sehen, wie solch archaische Männlichkeitsmuster weltweit überlebt haben. Das Bedürfnis von Männern, Macht über Frauen auszuüben, sie zu kontrollieren und aus wichtigen Positionen fernzuhalten wirkt nicht nur in der katholischen Kirche und in Dax-Vorständen fort, sondern auch dort, wo Gleichberechtigung offiziell als durchgesetzt gilt und sogar gefeiert wird.

Unsere Volontärin Judith Bauer untersucht in der Titelgeschichte das beliebte Motiv der »getöteten Frau« in Krimis, Podcasts und Popkultur, in dem sich die subtile Frauenfeindlichkeit der modernen Gesellschaft offenbart.

Liebe Leserinnen und Leser, wir wollen Sie anregen, zu diesem und anderen Themen miteinander auf unserer Homepage zu debattieren. Unter einigen Artikeln in diesem Heft finden Sie einen Link, der Sie direkt ins Kommentarfeld des entsprechenden Online-Artikels führt. Auf unserer Homepage können Sie natürlich auch jeden anderen Artikel kommentieren.

Ihre Eva-Maria Lerch

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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