Angela Merkels schwieriges Erbe
Publik-Forum 18/2021

Angela Merkels schwieriges Erbe

Was die ewige Kanzlerin hinterlässt

Liebe Leserin, lieber Leser, Santo Subito! Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 starb, forderte die Menge auf dem Petersplatz die sofortige Heiligsprechung des »Jahrhundertpapstes«. Was dann auch im Rekordtempo geschah. Gut 15 Jahre später sieht man deutlicher, welch schweres Erbe dieses Pontifikat der katholischen Kirche hinterlassen hat. Daran musste ich denken, als ich den politischen Hauptartikel von Christoph Seils las. Er warnt vor einer verfrühten Heiligsprechung der scheidenden Kanzlerin. Nun sind Kanzlerinnen keine Päpste und protestantische Pfarrerstöchter nicht unbedingt Anwärterinnen für katholische Heiligsprechungen, auch wenn – wie Matthias Drobinski fein herausgearbeitet hat – der christliche Glaube für Angela Merkel systemrelevant ist und immer wieder bei wichtigen Entscheidungen als Hintergrundfolie durchschimmerte. Der Vergleichspunkt ist ein anderer: Geschichte wird – wenn überhaupt – rückwärts verstanden, also vom Erbe her.

Aus diesem Grund kann man auch noch nicht beurteilen, ob die Frauen, die seit einigen Jahren eine Führungsposition in katholischen Bistümern bekleiden, Vorbotinnen einer neuen Kultur sind oder lediglich ein Zugeständnis an den Zeitgeist, also Kosmetik in einem System, das keine Veränderung möchte. Anne Strotmann hat mit einigen von ihnen gesprochen und sie nach ihren Erfahrungen gefragt. »Die Aufbrecherinnen« hat sie ihre Geschichte überschrieben. Das klingt ein bisschen so, als wären Einbrecherinnen mit schwerem Gerät unterwegs, um alte Truhen aufzubrechen. Dabei handelt dieser Aufbruch vor allem davon, dass die Kirche zu sich selber findet.

Zu sich selber finden – das geht nur im vertrauensvollen Gespräch, das Raum lässt für das Dunkle, Verdrängte, Totgeschwiegene. Im Interview mit Eva-Maria Lerch beschreibt der Autor und Philosoph Jürgen Wiebicke die Gespräche, die er mit seiner Mutter kurz vor deren Tod geführt hat. Ein bewegendes Zeugnis über die befreiende Kraft der Sprache.

Ich lade Sie ein, über diese Themen miteinander auf unserer Homepage zu debattieren. Unter einigen Artikeln in dieser Ausgabe finden Sie einen zusätzlichen Link, der Sie direkt ins Kommentarfeld des entsprechenden Online-Artikels führt.

Michael Schrom

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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