Die Enttäuschung
Publik-Forum 21/2021

Die Enttäuschung

Warum Papst Franziskus die katholische Kirche nicht aus der Krise führen kann

Liebe Leserin, lieber Leser, im März 2013 hatte ich das Glück, als Reporter in Rom die Wahl von Papst Franziskus begleiten zu können. Eine unglaubliche Spannung lag über dem Konklave. Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. hatte auch vielen Kardinälen gezeigt, dass es so nicht weitergehen konnte mit der katholischen Kirche. Und dann stand da Jorge Mario Bergoglio aus Buenos Aires als Papst Franziskus auf der Loggia des Petersdoms. Man konnte einen Papst erleben, der mit so ziemlich allen päpstlichen Konventionen brach – und Bischöfe, die ihre schönen Limousinen um die Ecke parken ließen und zu Fuß zum Termin kamen, der neuen Bescheidenheit wegen. Nun war ich in diesen Oktobertagen wieder in Rom. Von der Begeisterung des Jahres 2013 ist nicht viel geblieben. Der Titel des Heftes, »Die Enttäuschung«, weist aber auch nach vorn: Wer gehofft hatte, Franziskus würde Priestern die Heirat, Frauen die Weihe, homosexuellen Paaren den Segen erlauben, ist um eine Täuschung ärmer (Seite 30). Diese Erneuerung wird von unten kommen müssen.

Die neuen Corona-Regeln kämen einer »Impfpflicht durch die Hintertür gleich«, kritisierte mein Kollege Constantin Wißmann in der vorletzten Ausgabe (Publik-Forum 19/2021). Er staunte, dass manche Leserin, mancher Leser ihn deswegen einen Corona-Leugner und Querdenker nannte. Das ist er nun beides nicht, und vollständig geimpft ist er obendrein. Die Frage aber, inwieweit der Staat in die Freiheit des einzelnen Menschen eingreifen darf, um die Allgemeinheit zu schützen, muss immer wieder neu und kontrovers diskutiert werden, meine ich – ohne Andersdenkende zu verunglimpfen. Das geht, wie die auf unseren Debatten-Seiten veröffentlichten Zuschriften zeigen (Seite 58). Herzlichen Dank, dass Sie sich einmischen: informiert, engagiert, bewaffnet mit nichts außer dem Argument!

Wenn dieses Heft in den Druck geht, wissen wir nicht, wie der Klimagipfel in Glasgow ausgehen wird. Rico Grimm analysiert, warum die Verhandlungen schwierig sind. Markus Vogt meint: Ohne ein neues Naturverständnis ist die Krise nicht zu lösen. Und Ludwig Greven wirft einen kritischen Blick auf die Klimapolitik einer Ampelkoalition (Seiten 10, 12, 16).

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen
Matthias Drobinski

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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