Chinas Propagandisten
Publik-Forum 12/2022

Chinas Propagandisten

Wie westliche Influencer die Unterdrückung der Menschen beschönigen

Liebe Leserin, lieber Leser,

meine Eltern haben vor einiger Zeit ihren eigenen China-Boykott gestartet. Sie wollen keine chinesischen Produkte mehr kaufen. Das ist gar nicht so einfach. Denn in vielen Geschäften gibt es kaum Toaster oder Werkzeuge, die nicht zumindest teilweise in der Volksrepublik hergestellt wurden. Was meine Eltern im Kleinen erleben, erlebt die deutsche Wirtschaft im Großen: Die Chinesen liefern eine Menge Waren nach Deutschland, sie kaufen aber auch sehr gern deutsche Produkte. VW allein verkauft mehr Autos in China pro Jahr, als alle Hersteller zusammen in Deutschland loswerden. Spätestens seit bekannt ist, wie die chinesische Führung mit der muslimischen Minderheit der Uiguren umgeht, hat das China-Geschäft deutscher Firmen einen Beigeschmack. Peking kämpft an allen Fronten um sein Image und spannt dazu auch westliche Influencer ein. Das sind Privatpersonen, die mit Videos auf Youtube oder TikTok versuchen, Meinung zu beeinflussen. Der Journalist Harald Maass hat vor ein paar Jahren undercover die üblen Menschenrechtsverletzungen gegen die Uiguren in China aufgedeckt. Nun erklärt er, wie das Regime diese Verbrechen verharmlost (Seite 12).

Wozu es führen kann, wenn man sich von verbrecherischen Regimes wirtschaftlich abhängig macht, erleben wir gerade in der Ukraine. Noch immer finanziert Deutschland Putins Krieg mit mehreren Millionen Euro täglich, damit Russland uns weiter Gas und Öl liefert. Peggy Lohse zeigt uns die Folgen davon in der Ukraine auf, im speziellen Fall, wie das Gesundheitssystem gefordert ist, wenn jeden Tag Hunderte Menschen, die durch Bomben und Schüsse schwer verletzt wurden, versorgt werden müssen (Seite 22).

»All die einsamen Menschen, wo kommen die eigentlich her«, fragte Paul McCartney einst in dem Lied »Eleanor Rigby«. So viele sind es, dass Experten von einer »Einsamkeitsepidemie« sprechen. Was das mit unserer Gesellschaft macht, dieser Frage haben wir im Ressort Religion & Kirchen einen Schwerpunkt gewidmet. Dabei, schreibt Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, muss das Alleinsein nicht notwendig nur ein Unglück sein (Seite 32).

Ob allein im Sessel oder am gemeinsamen Frühstückstisch – ich wünsche Ihnen eine erhellende Lektüre!
Constantin Wißmann

Verlag: Publik-Forum; 64 Seiten
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