Publik-Forum 2/2026
Mehr als ein Gefühl
Daniel Schreiber über die politische Kraft der Liebe
Liebe Leserin, lieber Leser,
Liebe Leserin, lieber Leser,
der Start ins neue Jahr war dieses Mal ein bisschen holprig. Der fatale Brand in einer Bar im schweizerischen Crans-Montana, eine Präsidentenentführung in Venezuela, ein ICE-Mitarbeiter erschießt in Minneapolis eine unschuldige Frau – und dann noch die Sache mit Grönland. »Ein schlechtes Omen«, habe ich mir gedacht: »Wenn schon zwei Wochen so viel Unglück bringen – was bringt dann ein ganzes Jahr?«
Wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige, die solche Gedanken plagen. Wir leben in aufgeregten Zeiten. Wenn Tag um Tag neue Eilmeldungen auf dem Handybildschirm aufblinken, schwindet schnell die Zuversicht. So vieles liegt außerhalb unserer Kontrolle – was können wir da überhaupt noch tun? »Sehr viel«, sagt Autor und Journalist Daniel Schreiber. Entscheidend sei: die Liebe! Im Interview hat er Matthias Drobinski und mir verraten, warum er diese für mehr als nur Gefühl hält – und welch enorme Kraft eine Gesellschaft entfaltet, wenn sie sich der tätigen Liebe verschreibt.
Zu einem ähnlichen Ergebnis sind meine Kollegen Michael Schrom und Christoph Fleischmann gekommen, im Gespräch mit dem Astrophysiker Heino Falcke. Ein Blick in die Quantenphysik zeigt, dass in der Welt der kleinsten Teilchen nichts eindeutig festgelegt ist. Vieles bleibt unvorhersehbar. Was heißt das für den Glauben an einen Gott, der sich persönlich für uns interessiert?
Falcke findet es wichtig, Gott immer wieder als den Gewaltigen zu denken, für den unser Sonnensystem nicht größer ist als ein Staubkorn im All. Gleichzeitig betont der Prädikant der Evangelischen Kirche im Rheinland Gottes Barmherzigkeit und Liebe. Eigenschaften, auf die auch wir Menschen zurückgreifen können. »Die Physik ist mitleidlos und unbarmherzig«, sagt Falcke. »Doch der Mensch kann barmherzig sein und mitleiden.«
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie solche Zeilen lesen. Die Krisen unserer Zeit sind mit etwas Liebe und Barmherzigkeit nicht wegzuzaubern. Doch ich spüre so etwas wie Zuversicht, wenn ich Daniel Schreibers und Heino Falckes Worte lese. Sie ermutigen mich, etwas zu bewegen.
Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre
Mathea Willmann
Verlag: Publik-Forum
Bestellnummer: 20046